ANNA GIORNALISTA

30.03.2015
DIY

Inspiration aus dem Stoffladen - meine Teilnahme am Budastyle-Wettbewerb

Die Zeitschrift Burda Style hat in seiner Märzausgabe einen Wettbewerb ausgeschrieben, dem ich nicht widerstehen konnte. Man sollte ein Outfit kreieren, das "auf dem Laufsteg bestehen könnte". Der Zeitrahmen war auf vier Wochen begrenzt.

Wenn ich die Kreationen der großen Designer auf den Laufstehen sehe, überlege ich mir oft, von was sich solche künstlerisch begabten Menschen wohl inspirieren lassen. Vielleicht von einem blühenden Magnolienbaum? Oder vom Anblick des Meeres bei Sonnenuntergang? Vielleicht aber auch einfach nur von anderen Modekreationen? Das würde erklären, warum Designer oft auf Entwürfe aus vergangenen Zeiten zurückgreifen. Bei mir jedenfalls funktioniert Inspiration meistens so: Ich stelle mir etwas vor, was ich gerne tragen möchte, weil ich auf Bildern, in Zeitschriften oder auf Werbeplakaten mal so etwas Ähnliches gesehen habe.

Ich bin aber nicht immer inspiriert. Zwei Tage nach der Ausschreibung des Wettbewerbs bin ich relativ ideenlos in meinen Lieblingsstoffladen gefahren. Dort habe ich glücklicherweise einen Baumwollstoff mit sommerlichem, etwas auffälligem Dschungel-Print gefunden, der mir sehr laufstegtauglich erschien. Und kurz darauf hatte ich auch schon eine Idee: Ich wollte mir einen Overall nähen. Einen mit enganliegendem Oberteil und weitem 7/8-Bein. Nur habe ich zu meiner Idee kein Schnittmuster gefunden. Die Overalls bei Burda sind alle schmal am Bein und obenherum eher luftig geschnitten. Fürs Herumprobieren und das Erstellen einer ganz eigene Schnittkreation, mit der ich noch nicht so viel Erfahrung habe, war mir die Zeit zu knapp. Deshalb habe ich mich letztendlich für zwei Einzelteile, eine Hose mit passendem Oberteil, entschieden. Beide Teile lassen sich gut kombinieren, so dass ich sie wahrscheinlich auch öfter tragen werde als einen Overall.

Das Zuschneiden war bei diesem Outfit eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit. Ich habe darauf geachtet, dass alle Teile zusammenpassen, ganz genau ist es nicht hingekommen, weil auch der Druck auf dem Stoff nicht ganz präzise ist. Aber die vorderen Hosenteile passen perfekt aneinander, das war mir wichtig. Zwischen Vorder- und Rückenteil sollte es auch keine allzu starken Brüche geben. Ich habe daher alle Schnittteile einzeln und von rechts zugeschnitten und für das gesamte Outfit fast 4 Meter Stoff gebraucht.

Beim Hosenschnitt habe ich das Modell 127 aus der Burda 07/2010 verwendet. Der Schnitt gefällt mir sehr gut, die Passform war bei mir fast perfekt. Ich habe nur den Bund etwas angepasst und das Bein gekürzt. Beim Oberteil habe ich mich nach einigem Herumsuchen für das Tanktop aus der Burda 06/2014 entschlossen, auch ein ganz guter Schnitt, aber etwas zu locker dafür, dass das Top eigentlich eng anliegen sollte. Zugegebenermaßen war mein Stoff vielleicht auch etwas zu steif für den Schnitt. Er hat zwar einen Elasthananteil, ist aber nicht so weich und anschmiegsam wie Jersey, den man eigentlich verwenden sollte. 

Die letzte Hürde, die ich nehmen musste, war das Fotoshooting. Am 12. März war laut Ausschreibung Einsendeschluss, am 11. hatte ich noch keine Bilder (dass die Burdaredaktion den Einsendeschluss noch einmal verschieben würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht). Ich hatte an diesem Vormittag Zeit, aber sonst niemand, deshalb habe ich alle Bilder mit Selbstauslöser geschossen. Ich habe es sogar geschafft, einigermaßen freundlich zu gucken.

Der Wettbewerb funktioniert so, dass alle Teilnehmer sich auf der Basis ihrer Bilder erst einmal bewerten lassen sollen, anschließend ermittelt die Jury die Gewinner und berücksichtigt dabei auch die Anzahl der Likes. Es wäre daher super, wenn ihr für mich voten würdet, denn das erhöht meine Chance, in die Gewinnerriege einzusteigen. Ihr könnt auf Facebook unter diesem Link für mich abstimmen.

P.S.: Während meiner Näharbeiten lief die Fashion Week in Paris und ich habe festgestellt, dass Wolfgang Joop bei seiner Wunderkind-Kollektion für den kommenden Herbst sehr ähnlich bedruckte Stoffe verwendet hat wie ich für mein Outfit. Ob er sich wohl tatsächlich im Dschungel inspirieren lassen hat? Oder ist er auch einfach nur in seinen Lieblingsstoffladen gefahren?