ANNA GIORNALISTA

28.11.2015
DIY

Winterjacken-Sewalong-Finale: Pelz-Parka

Gut, dass es diesen Sewalong gab. Sonst hätte ich mich in dieser ohnehin recht vollen Woche vielleicht nicht noch hingesetzt, die Futterweite angepasst, den Saum geheftet und genäht. Jetzt ist mein Pelz-Parka endlich fertig! Und obwohl ich das vorher gar nicht gedacht hätte, ist er eines meiner bisher aufwendigsten Stücke geworden.

Eigentlich war es nicht wirklich schwierig, diesen Parka zu nähen. Keine Paspeltaschen, kein Reverskragen, keine Knopflochleiste oder andere Dinge, die einem nähtechnisch viel abverlangen. Trotzdem war er ein aufwendiges Projekt. Insgesamt eben viele Arbeitsschritte. Die größte Präzisionsarbeit haben mir die vier Taschen vorne abverlangt. Und nicht gerade leicht zu nähen war das Pelzimitat, weil zwei Schichten aufeinander so dick waren, dass sie sich teilweise verzogen haben. Die Naht verlief auf der einen Seite meist nicht genau auf der gleichen Linie wie die auf der anderen. Ich habe das erste Mal den Obertransport der Bernina verwendet, damit ging es dann immerhin etwas besser.

Ein passendes Futter zu finden war übrigens gar nicht so einfach. Nachdem ich die Idee des Leopardenfellimitates verworfen habe, habe ich zunächst einen Fehlkauf getätigt, also ein Pelzimitat besorgt, dass farblich nicht so richtig gut aussah und von dem dann vor allem mein Mann mir abgeraten hat. Jetzt muss ich demnächst eben noch eine Felljacke nähen... Das jetzige Pelzimitat finde ich total schön, es ist wasserbeständig (ich habe eine Waschprobe gemacht) und hält sehr warm (ich habe den Parka bei kalten Temperaturen und starkem Wind schon getragen). Es war aber nicht besonders günstig und macht außerdem den Mantel ziemlich schwer. Ich bin deshalb froh, dass ich die Ärmel nur mit einem normalen "Flutschfutter" plus Vlies gefüttert habe, sonst wäre der Parka noch schwerer. 

Die Burda-Anleitung (dies war übrigens der Schnitt) war gut verständlich, an einigen Stellen aber, wie ich finde, etwas lieblos. Die Eingriffe der unteren Taschen sollten mit einem Besatz verstürzt werden, mich hat aber gestört, dass dieser Besatz dann in der Tasche lose gehangen hätte. Daher habe ich die unteren Taschen gefüttert. Für das Durchzugband habe ich nicht, wie in der Anleitung empfohlen, einfach Schlitze in das Fell geschnitten, sondern kleine Ösen reingeschlagen, damit es nicht so schnell ausfranst. Und ich habe einen Kleiderhaken eingenäht, das finde ich total wichtig bei einer Jacke. Stand auch nicht in der Anleitung.

Der Parka gefällt mir jetzt insgesamt sehr gut und ich finde auch, dass er meinen Alltagslook aufwertet. Schön ist auch die weite Passform, denn so passe ich mit Bauch gut hinein, ich vermute sogar, bis zum Ende der Schwangerschaft. Ein kleiner Nachteil ist, dass der Pelz so nah am Reißverschluss verläuft, dadurch besteht die Gefahr, dass sich Haare darin verfangen. Aber das gehört nach Anleitung so und mir ist auch keine andere Lösung eingefallen.

Hier geht es zu den anderen Winterjacken, die beim Sewalong entstanden sind.

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Hose: H&M Maternity, Shirt: selbstgenäht nach Schnitt 123 aus Burda 09/2012, Ketten: Mango, Schuhe: Deichmann